198 – Was enthält ein gutes Motivationsschreiben? Wem nützt es?

Was gehört in ein gutes Motivationsschreiben? Wird es denn überhaupt noch gelesen? Wem nützt ein gut formuliertes Begleitschreiben?

Das sind drei Fragen die ich heute gerne mit dir teilen möchte.

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Das Bewerbungdossier besteht normalerweise aus dem Begleitschreiben, dem Lebenslauf, den Arbeitszeugnissen und auch den Aus-und Weiterbildungsabschlüssen. Immer öfter höre und lese ich auch, dass die Begleitschreiben nicht mehr zwangsläufig eingefordert werden.

In meiner Praxis wird es jedoch noch sehr gerne von meinen Kunden gewünscht. Es macht also durchaus Sinn sich damit zu beschäftigen. Ein gutes Begleitschreiben bringt meine Motivation für den TopJob klar und deutlich zum Ausdruck. Ich erkenne als potenzieller Arbeitgeber, dass sich der Kandidat mit uns auseinandergesetzt hat. Er hat alle relevanten Themen aus der Stellenanzeige aufgenommen und dargestellt, warum er der Richtige für die Stelle ist. Er oder sie natürlich.

Leider stelle ich immer wieder fest, dass die Stellensuchenden einmal ein Begleitschreiben erstellen oder erstellen lassen, und es dann immer wieder verwenden. Ich erkenne das in ein paar Sekunden und höre sofort auf zu lesen. Damit hat sich die Arbeit für den Bewerber wirklich nicht gelohnt. Das ist jetzt bei mir so. Voraussichtlich ist es auch bei ganz vielen anderen Bewerbungsempfängern genauso. Ich benötige ja keine Hilfe bei der Lektüre des Lebenslaufs. Dieser sollte ja selbsterklärend sein.

Ich möchte die Motivation für genau diesen ausgeschriebenen Job bzw. das Unternehmen erkennen können. Aus diesem Grund habe ich ja die Stellenanzeige so verfasst, dass man auch ganz gezielt darauf eingehen kann. Werden also z.B. neben Deutsch, auch Französisch und Englisch gefordert, dann nützt es wenig, wenn ich nur Deutsch und Italienisch kann. Wird eine mehrjährige Erfahrung in einer spezifischen Branche gefordert, dann muss ich wenigsten einen Bezug zu dieser Branche oder Tätigkeit haben. Wenn dies nicht der Fall ist, dann frage ich mich warum sich der Kandidat darauf bewirbt.

Sehr oft ist es leider so, dass sich Menschen aus einer längeren Arbeitslosigkeit heraus verzweifelt auf jeden Job bewerben. Das nützt weder dem Kandidaten, der regionalen Arbeitsvermittlung oder auch dem potenziellen Arbeitgeber.

Es lohnt sich aus meiner Sicht also durchaus sich ganz gezielt und spezifisch zu bewerben. Wenn ein Motivationsschreiben nicht explizit verlangt wird, nützt es mir als Bewerber dennoch sehr viel. Ich kann mich nämlich bereits im Vorfeld mit der Stelle und dem Unternehmen auseinandersetzen. Die Anzeige bietet die Chance Fragen zu erkennen. Diese kann ich mir selbst beantworten. Wenn ich diese in einem Anschreiben verfasse, merkt der Bewerbungsempfänger eben sofort, dass es mir ernst ist und ich mir eingehend Gedanken zur Passgenauigkeit gemacht habe.

In der Episode 168 hatte ich ja bereits darüber gesprochen. Damals ging es um die Bewerbung ab 50.

Vor kurzem hatte ich einen noch relativ jungen Stellensuchenden bei mir. Er hatte das Bewerbungsschreiben sehr klassisch aufgesetzt. Ging also überhaupt nicht auf den Job und das Unternehmen ein. Er hat im Prinzip nur seinen Werdegang beschrieben. Ich habe ihm empfohlen sich die offenen Fragen aus dem Jobinserat aufzuschreiben. Damit ist ihm dann auch ein Licht aufgegangen. Es ging beispielsweise um das Thema Flexibilität. Seine private Situation schränkte ihn tatsächlich ein und damit konnte er die nötige Flexibilität nicht anbieten. Weiters waren auch mindestens fünf Jahre Berufserfahrung in einer speziellen Branche gefordert. Auch hier konnte er nicht punkten. Damit war am Ende klar, dass er es zwar versuchen konnte, aber letztlich würde es wohl auch aus seiner Sicht eine Absage geben.

Mein Tipp lautet also. Setze dich intensiv mit dem Job und dem Unternehmen auseinander. Schreibe alle Fragen auf Basis den Stelleninserates auf und beantworte diese schriftlich. Dieser Prozess ist extrem wertvoll und verschafft in kurzer Zeit unheimliche Klarheit.

Was meinst du dazu? Ich freue mich immer über deine konstruktive Rückmeldung.

Also weiterhin alles Gute.

Dein Christoph

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